Fahrplanverfahren 2026: Pro Bahn Schweiz fordert bessere internationale Verbindungen und zuverlässige Anschlüsse

Pro Bahn Schweiz hat im Rahmen des Fahrplanverfahrens 2026 mehrere Eingaben eingereicht. Im Zentrum stehen Verbesserungen im internationalen Personenverkehr nach Italien und Frankreich sowie die Sicherung wichtiger Anschlüsse im Inland während grösserer Bauarbeiten.

Simplonachse: Mehr Angebot statt weniger Komfort

Die Verbindung zwischen der Schweiz und Norditalien über die Simplonachse leidet seit Jahren unter Bauarbeiten, verlängerten Fahrzeiten und häufigen Anschlussbrüchen. Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach Bahnreisen Richtung Italien via den Simplon kontinuierlich.

Pro Bahn Schweiz fordert deshalb eine Reihe konkreter Verbesserungen.

Zusätzlicher EuroCity Basel–Milano

Heute verkehren zwischen Basel, Bern und Mailand lediglich bis vier tägliche EuroCity-Zugspaare. Pro Bahn Schweiz beantragt die Einführung eines zusätzlichen fünften Zugspaares ausserhalb der täglichen Sperr- und Unterhaltsfenster südlich von Domodossola.

Die vorgeschlagene Verbindung würde Basel am Nachmittag verlassen und Mailand am frühen Abend erreichen. Damit entstünden attraktive Anschlüsse an zahlreiche italienische Fern- und Nachtzüge Richtung Mittel- und Süditalien. Gleichzeitig könnte eine zusätzliche Abendverbindung von Mailand in die Schweiz geschaffen werden.

Da auf dem Schweizer Abschnitt bereits heute eine durchgehende Zugleistung bis Domodossola verkehrt, wäre die Einführung mit vergleichsweise geringem Aufwand möglich.

EuroCity-Züge während der Bauarbeiten über Novara führen

Während der Arbeiten am 4-Meter-Korridor südlich von Domodossola müssen Reisende regelmässig auf Busse umsteigen und erhebliche Reisezeitverlängerungen in Kauf nehmen.

Pro Bahn Schweiz fordert deshalb, mindestens zwei EuroCity-Zugspaare pro Tag und Richtung über die Strecke Domodossola – Borgomanero – Novara – Milano umzuleiten.

Seit der Einstellung der Rollenden Landstrasse Ende 2025 sind auf dieser Strecke zusätzliche Trassenkapazitäten frei geworden. Die Fahrzeit würde sich lediglich um rund 20 bis 30 Minuten verlängern, gleichzeitig könnte auf den oft unattraktiven Schienenersatzverkehr verzichtet werden.

Für die Fahrgäste wäre dies eine deutliche Verbesserung der Reisekette und ein wichtiges Signal zugunsten des internationalen Bahnverkehrs.

Bessere Anschlüsse zwischen Italien und der Schweiz

Auch die bestehende EuroCity-Verbindung zwischen Venedig, Mailand, Brig und Genf mit einer Umsteigebeziehung Richtung Bern und Basel weist erhebliche Qualitätsmängel auf.

Obwohl die Fahrzeiten in den vergangenen Jahren verlängert wurden, gehen die Anschlüsse in Brig Richtung Bern und Basel weiterhin regelmässig verloren. Reisende aus Süditalien müssen deshalb häufig frühere Züge wählen oder erhebliche zusätzliche Reisezeiten in Kauf nehmen.

Pro Bahn Schweiz fordert deshalb:

  • bessere Anschlüsse in Mailand an die italienischen Hochgeschwindigkeitszüge und IC-Verbindungen aus Richtung Genua,
  • eine Überprüfung der heutigen Fahrplanlage,
  • konsequente Anschlusssicherung in Brig,
  • attraktive Ersatzverbindungen spätestens 30 Minuten nach einem Anschlussbruch.

Ziel ist eine zuverlässige Reisekette zwischen Italien und der Schweiz.

Direkte TGV-Verbindung Bern–Paris wieder einführen

Seit dem Wegfall der direkten TGV-Verbindung Bern–Paris im Jahr 2020 verfügt die Bundeshauptstadt über keine direkte Hochgeschwindigkeitsverbindung mehr nach Frankreich.

Mit der Fertigstellung des Ausbaus des Bahnknotens Liestal Ende 2025 sind die damaligen infrastrukturellen Einschränkungen weitgehend beseitigt. Pro Bahn Schweiz fordert deshalb die Wiedereinführung mindestens eines täglichen direkten TGV-Zugspaares zwischen Bern und Paris.

Sollte dies kurzfristig noch nicht möglich sein, müssen die Anschlüsse in Basel deutlich verbessert werden. Insbesondere sind kurze und möglichst perrongleiche Umstiege zwischen den TGV-Zügen und dem IC61 Richtung Bern und Berner Oberland anzustreben.

Eine attraktive Verbindung nach Paris stärkt den internationalen Bahnverkehr, verbessert die Erreichbarkeit der Bundesstadt und erhöht die Wettbewerbsfähigkeit der Bahn gegenüber dem Flugverkehr.

Laufental: Anschlüsse trotz Hauenstein-Baustelle sichern

Nicht nur der internationale Verkehr ist von Baustellen betroffen. Auch die Bauarbeiten im Hauenstein-Basistunnel führen zu spürbaren Verschlechterungen für die Reisenden im Laufental.

Durch die veränderten Fahrplanlagen der Fernverkehrszüge werden zahlreiche Anschlüsse zwischen Basel und dem Laufental verschlechtert oder gehen ganz verloren. Die Folge sind zusätzliche Wartezeiten von bis zu 30 Minuten.

Pro Bahn Schweiz fordert deshalb, die heute nur zeitweise verkehrende Zusatz-S-Bahn Basel–Laufen während der gesamten Bauzeit ganztägig an allen Tagen verkehren zu lassen.

Damit könnten die negativen Auswirkungen der Baustelle erheblich reduziert und die Erreichbarkeit des Laufentals aus Richtung Bern, Olten und Zürich aufrechterhalten werden.

Bahnangebot verbessern statt verschlechtern

Die verschiedenen Eingaben von Pro Bahn Schweiz verfolgen ein gemeinsames Ziel: Trotz Bauarbeiten, wachsender Nachfrage und steigender Mobilitätsbedürfnisse müssen attraktive, zuverlässige und kundenfreundliche Bahnverbindungen erhalten und ausgebaut werden.

Gerade im internationalen Verkehr entscheidet die Qualität der Reisekette über den Erfolg der Verlagerung von der Strasse und vom Flugzeug auf die Schiene. Wo Verbesserungen mit vertretbarem Aufwand möglich sind, müssen diese auch umgesetzt werden.

Pro Bahn Schweiz wird sich deshalb weiterhin für bessere Bahnverbindungen in der Schweiz und nach Europa einsetzen.