Durchgangsbahnhof Luzern auf gutem Weg, Zimmerberg-Basistunnel II bestätigt.
Von: Martin Stuber, Präsident Pro Bahn Zentralschweiz
Er bestätigt den Befund des Gutachtens, dass der Ausbau der Bahnarterie Luzern-Zug-Zürich prioritär zu behandeln und der Durchgangsbahnhof Luzern (DBL) als Gesamtes zu realisieren sei. Pro Bahn Zentralschweiz freut sich über diesen Bundesratsbeschluss!
Im gleichen Atemzug muss aber auch gesagt werden, dass es im besten Fall noch 14 Jahre dauern wird, bis der Zimmerberg-Basistunnel II (ZBT II) in Betrieb gehen wird und die erste Etappe des Durchgangsbahnhofes einige Jahre später. Wir erwarten deshalb, dass die SBB vom BAV den Auftrag erhält, auch die Planungsarbeiten für die zweite Etappe des DBL – dem Neustadttunnel – wieder aufzunehmen, so dass das Vorprojekt dafür rechtzeitig mit der Ausbauvorlage 2031 abgeschlossen sein wird.
Bundesrat Rösti hat an der gestrigen Medienkonferenz nämlich klar gesagt, dass es mindestens den Stand eines abgeschlossenen Vorprojektes braucht, damit ein Projekt in den Ausbauschritt aufgenommen wird.
Das alles bedeutet aber auch, dass von der Bahnkundschaft auf dieser Arterie noch viel Geduld abverlangt wird, ist die Kapazität in den Hauptverkehrszeiten doch schon am Anschlag oder darüber. Pro Bahn wird sich weiterhin bei den SBB dafür einsetzen, dass das maximal Mögliche aus der bestehenden Infrastruktur herausgeholt wird und zwischenzeitlich punktuelle Verbesserungen realisiert werden.
Gefordert sind auch die beiden direkt betroffenen Kantone und insbesondere die Städte Luzern und Zug, aber auch Baar und Rotkreuz, mit der Umgestaltung der Bahnhöfe und der Verkehrsgestaltung rund um die Bahnhöfe. Der Kapazitätsausbau auf der Schiene kommt nur richtig zum Tragen, wenn die Verkehrsdrehscheiben mithalten können. Und vergessen wir nicht: der Kapazitätssprung wird enorm sein und wir sind sicher, dass er sehr schnell auch genutzt werden wird.
Etwas irritiert haben uns die neuen Preisschilder für den Durchgangsbahnhof, aber auch den ZBT II. Beide liegen nochmals höher als bei der letzten Kommunikation. Die Vernehmlassungsvorlage im Juni muss Aufschluss über die Gründe geben.
Die nächste wichtige Etappe aus Sicht der Bahnkundschaft wird nun die Veröffentlichung des überarbeiteten Angebotskonzeptes 2035 sein, die gleichzeitig mit der Vernehmlassungsvorlage für die nächsten beiden Ausbauschritte im Juni 2026 erfolgen soll. Und danach müssen Parlament und Volk noch die Gelder sprechen.
Fazit: der vollständige Ausbau der Bahnarterie Luzern-Zug-Zürich ist auf gutem Weg, aber noch lange nicht am Ziel.