Pro Bahn drängt auf den raschen Bau der Tramstrecke Ostermundigen–Bern

Die Initiative «Bus statt Tram» in Ostermundigen löst das Verkehrsproblem nicht.

Pro Bahn lehnt die in Ostermundigen lancierte Initiative ab, welche auf der Linie 10 dauerhaft Doppelgelenk-Elektrobusse anstelle des geplanten Trams einsetzen will. Die stark belastete Verbindung zwischen Bern und Ostermundigen benötigt eine langfristig leistungsfähige Lösung. Diese kann aus Sicht der Fahrgäste nur die Tramlinie von Ostermundigen nach Bern bieten.

Die heutigen Verhältnisse auf der Buslinie 10 sind für die Kundinnen und Kunden seit Jahren unbefriedigend. Überfüllte Fahrzeuge, Verspätungen, unregelmässige Abstände und gegenseitige Behinderungen mehrerer Busse prägen insbesondere während der Hauptverkehrszeiten den Betrieb. Doppelgelenkbusse können zwar kurzfristig eine gewisse Entlastung bringen, lösen die grundlegenden Kapazitäts- und Zuverlässigkeitsprobleme jedoch nicht dauerhaft.

Ein Tram verfügt über eine deutlich höhere Beförderungskapazität und bietet einen ruhigeren, komfortableren und zuverlässigeren Betrieb. Angesichts der erwarteten Bevölkerungs- und Arbeitsplatzentwicklung in Ostermundigen ist es nicht sinnvoll, weiterhin auf ein Verkehrsmittel zu setzen, das bereits heute an seine Grenzen stösst.

Die Initiative argumentiert, eine Buslösung könne schneller und kostengünstiger umgesetzt werden. Dabei wird jedoch ausser Acht gelassen, dass auch Doppelgelenkbusse leistungsfähige Haltestellen, Anpassungen des Strassenraums und genügend Platz zum Wenden benötigen. Zudem verursachen sie über ihre Lebensdauer erhebliche Betriebs- und Personalkosten. Entscheidend ist deshalb nicht allein die Höhe der anfänglichen Investitionen, sondern die Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit des Gesamtsystems über mehrere Jahrzehnte.

Pro Bahn anerkennt das Anliegen zur weiterhin guten Erschliessung des Ortsteils Rüti. Diese Frage muss im Rahmen der weiteren Projektierung sorgfältig gelöst werden – etwa durch ein attraktives Anschlussangebot für die Rüti. Dies rechtfertigt jedoch keinen Verzicht auf die Tramlinie.

Eine erneute Grundsatzdiskussion über Bus oder Tram würde das Projekt weiter verzögern und damit gerade jene Fahrgäste treffen, die heute täglich unter den unhaltbaren Verhältnissen auf der Linie 10 leiden. Nach jahrelangen Planungen braucht es nun rasche und verbindliche Entscheide.

Pro Bahn fordert deshalb den Kanton Bern, die Gemeinden Bern und Ostermundigen sowie die beteiligten Transportunternehmen auf, die Tramlinie von Ostermundigen nach Bern konsequent voranzutreiben und so schnell wie möglich zu verwirklichen. Das Ziel muss klar bleiben: eine leistungsfähige, zuverlässige und kundenfreundliche Tramverbindung nach Ostermundigen.