Neues Fahrplankonzept Montreux – Zweisimmen

Pro Bahn Espace Mittelland hat letzte Woche davon Kenntnis erhalten, dass auf der Linie zwischen Montreux und Zweisimmen im Zusammenhang mit der Einführung direkter Züge von Montreux nach Interlaken ein neues Fahrplankonzept für die Teilstrecke Montreux – Zweisimmen im Gespräch ist.

Wir begrüssen dieses neue Konzept. Was uns stutzig macht ist die Tatsache, dass es bereits im Dezember dieses Jahres eingeführt werden soll, obwohl die neue Flotte der MOB frühestens im Juni 2021 bereit sein wird. Die isolierte radikale Veränderung des Fahrplans bringt gravierende Nachteile für Passagiere mit sich, die vorderhand noch in Zweisimmen umsteigen müssen.

Eine Kurzzusammenstellung dieser Nachteile:

Die Angebotsplaner der BLS haben bereits festgestellt, dass während dieser Übergangsphase der RE Zweisimmen-Interlaken Ost eine äusserst niedrige Belegung haben wird und die Fahrgäste mit grosse Unannehmlichkeiten zu rechnen haben (entweder 2 Mal umsteigen und 30 Minuten längerer Reisezeit, oder 1 Mal umsteigen und 40 Minuten längerer Reisezeit). Es wurde in Dezember 2019 durch die BLS vorgeschlagen, die Einführung des Stundentaktes um einen Jahr zu verschieben, bis alle GPE Kompositionen zu 100% fertiggestellt sind und bis dahin den jetzt (2020) geltenden Fahrplan im 2021 durchzuziehen. Dieser Vorschlag wurde von der MOB abgelehnt.

Unser Vorschlag ist, den bestehenden Fahrplan für ein zusätzliches Jahr bis Dezember 2021 weiterzuführen. Dadurch ergeben sich für die vielen schweizerischen wie internationalen Gäste auf der ganzen Strecke – und ebenso aus und nach Bern – weiterhin sinnvolle Umsteigemöglichkeiten in Zweisimmen. Wird das neue Konzept wie vorgesehen Ende dieses Jahres eingeführt, resultiert daraus neben den langen Wartezeiten auch Überbelegungen der Regionalzüge Spiez – Zweiseimmen, die nur mit einem beschränkten Platzangebot verkehren.

Möglich ist auch der Standpunkt, dass der aktuelle Fahrplan so lange weitergeführt wird, bis die Spurwechselzüge GPE einsatzbereit sind. Ein Fahrplanwechsel auf dieser Relation kann auch unterjährig erfolgen, die Zahl der anschliessenden Buslinien, deren Fahrplan ebenfalls angepasst werden muss, hält sich in Grenzen. Diese Lösung ist unabhängig vom Rollmaterial- und Personalbestand der Bahnen möglich.

Als Vertreterin der Interessen der Kundinnen und Kunden des öffentlichen Verkehrs können wir uns für beide oben kurz geschilderten Varianten einsetzen. Die hohe Qualität der Golden Pass-Verbindung soll aber nicht aufs Spiel gesetzt werden. Pläne nur durchzuziehen, weil man sich in Terminen verrechnet hat, schmälern das Image und damit auch die Akzeptanz einer unterdessen weltweit bekannten Panoramastrecke.

Wir bitten Sie eindringlich, in Zusammenarbeit mit der MOB eine wirklich kundenfreundliche Übergangslösung für das kommende Jahr auszuarbeiten.