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Rechte weiss nicht was die Linke tut

Wasser predigen und Wein trinken

Nicht nur die Schweizer Eisenbahn-Revue wähnt sich im falschen Film, Pro Bahn Schweiz ist in der gleichen Lage. Vor weniger als zwei Wochen berichteten wir hier in positivem Sinne vom Versuch der SBB, im Laufental eine neue Signalisation auf den Perrons zu testen, so dass die Haltezeiten der Züge verkürzt werden können. Und nun verrät die NZZ am Sonntag vom 18. August, dass die SBB beabsichtigen, auf mehreren Bahnhöfen die Perrons mit Verkaufsständen zu bestücken, wie das in Winterthur bereits ausprobiert wird.

10 Bahnhöfe sind notabene dafür vorgesehen, die vor zehn Tagen auf einer Liste der gleichen SBB als „kapazitätskritisch“ bezeichnet wurden. Einmal mehr erhält Pro Bahn Schweiz den Eindruck, dass im Grossbetrieb unserer Bundesbahnen die Rechte nicht weiss, was die Linke tut respektive überlegt. Das Ganze als Kundenbedürfnis hinzustellen ist ein Eingeständnis des Primats der Abteilung Immobilien über den Personenverkehr. Wir brauchen keine Staatsbahn, die dann mit den abgedroschensten Floskeln der Privatwirtschaft ihr Geschäft betreibt.

Unser Präsident Kurt Schreiber hat prägnant festgestellt: „Die Perrons sind dazu da, dass die Passagiere möglichst rasch ein- und aussteigen können. Sie sind sicher nicht dafür gedacht, ganze Marktbuden hinzustellen.“ Dem bleibt nur hinzuzufügen, dass sich die SBB Immobilien ja Geld holen könnten, indem sie geschlossene Schalterhallen an den Brezelkönig vermieten …

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Testbetrieb in Winterthur: Der Brezelkönig-Satellit auf dem Perron hat laut SBB nur geringfügigen Einfluss auf die Pendlerströme. (Bild: Michele Limina, NZZ)

(Text: A. Theiler 18.08.2013)


18.08.2013 18:00:15