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SBB - Mobilitätskette für die Zukunft

Mobilitätskette auf die Zukunft einrichten, ja – aber
Die SBB wollen für die Kundschaft Mehrwerte schaffen, die Effizienz steigern, einen sprechenden Fahrplan einführen, ja sogar mit Zügen ohne Lokführer fahren und intelligente Güterwagen einführen. Pro Bahn Schweiz, die Interessenvertretung der Kundinnen und Kunden des öffentlichen Verkehrs findet alle diese Ziele lobens- und erstrebenswert. Wie überall, steckt auch hier der Teufel im Detail.

Zuverlässigkeit verbessern
Nichts gegen durchgehende Mobilitätsketten von Haus zu Haus. Dabei sei aber den SBB in Erinnerung gerufen, dass zu einer funktionierenden Mobilitätskette auch die Zugs-Anschlüsse gehören. Heute werden Anschlüsse wegen einer Verspätung von einer oder zwei Minuten gebrochen. Die Fahrzeit verlängert sich und schon ist die schöne Mobilitätskette gerissen.

Kostenreduktionen ja – aber
Pro Bahn Schweiz wendet sich nicht gegen Effizienzsteigerungen oder das Ausschöpfen von Kostenreduktionen. Es darf aber nicht vorkommen, dass diese Anstrengungen einseitig zu Lasten der Arbeitsplätze – beispielsweise an den Schaltern oder beim Zugspersonal – gehen. Dass ein Verzicht auf Lokführer hier einen entscheidenden Beitrag leisten würde, sei ausdrücklich anerkannt. Für Pro Bahn Schweiz ist und bleibt das ein Wunschtraum. Wie im Flugzeug, braucht es auch bei der Bahn einen Menschen im Cockpit, der bei unvorhergesehenen Zwischenfällen eingreifen kann.
Ins gleiche Kapital gehören Kapazitätssteigerungen. Was bringt eine um fast einen Drittel erhöhte Kapazität, wenn dann wegen einer Panne an einem einzelnen Zug gleich das ganze System zusammenbricht? Kapazitätssteigerung ja – aber mit Augenmass, dabei sollen die Segnungen des technischen Fortschritts durchaus genutzt werden. Es braucht dazu keine zweistelligen Steigerungsraten, vielmehr soll hier das Motto „langsam aber sicher“ gelten.

Uber - Aufhören vor dem Anfangen
Ein grosses Fragezeichen setzt Pro Bahn Schweiz zur Zusammenarbeit mit Uber. Diese Unternehmung behauptet, ihre Fahrer seien selbständige Unternehmer. Sie sind es aber nicht – es wird genauestens vorgeschrieben, was sie zu tun haben. Es bestehen also Dienstverhältnisse. Mit der Masche von Uber können zwar Spesen reduziert werden, dies geht zu Lasten der Mitarbeiter. Vollständige Mobilitätsketten: ja bitte – aber mit Unternehmungen, welche zu ihrer Verantwortung als Arbeitgeber stehen. Diese Zusammenarbeit soll aufhören, bevor sie angefangen hat!

(Text: K. Schreiber, 13.02.2017)


14.02.2017 08:16:16