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Keine Toleranz zu Nulltoleranz der SBB

Die SBB wollen im Dreieck Bern – Basel – Zürich bei Fernverkehrszügen grundsätzlich keine Anschlüsse mehr auf verspätete Züge gewährleisten. Damit soll die Pünktlichkeit als Ganzes noch mehr gesteigert und das Risiko der Folge von Verspätungen auf eine Minderheit begrenzt werden. Nulltoleranz nennt sich dieser Begriff, der zu Verbesserungen im ganzen Netz führen soll.

Pro Bahn Schweiz, die Interessenvertretung der Kundinnen und Kunden des öffentlichen Verkehrs kann dieser Nulltoleranz null Verständnis entgegen bringen. Die Reisenden in verspäteten Zügen bilden wohl eine Minderheit. Sie leiden aber unter irgendeinem Problem, das nicht sie, sondern die SBB zu verantworten hat. Es geht also nicht an, die betroffenen Passagiere dafür zu bestrafen. Auf diese Weise wird im Übrigen die Fahrzeit der Bahn generell um mindestens eine halbe Stunde verlängert, weil auf diese Weise grundsätzlich immer der eine halbe Stunde früher fahrende Zug genommen werden muss, um püntklich an der Verabredung einzutreffen. Damit wird die Fahrzeit mit der Bahn um mehr als einen Drittel verlängert und die Konkurrenzfähigkeit der Bahn verschlechtert.

Bis heute war es so, dass Fernverkehrszüge wenige Minuten auf verspätete Züge warten. Diese Lösung hat sich bewährt und sie soll es bleiben. In diesem Zusammenhang kommt ein Hintergedanke auf. Will sich die Konzernleitung der SBB mit dieser Massnahme wohl ihren Bonus sichern, der auch eine Verspätungskomponente umfasst. Verschiedene in letzter Zeit getroffene Massnahmen wie Fahrzeitausdehnungen lassen diesen Schluss zu. Im vorliegenden Fall ist dies ein Grund mehr, diesen Versuch gar nicht erst starten zu lassen. Die Züge sollen pünktlich verkehren und dazu sollen Massnahmeng getroffen werden, welche die Pünktlichkeit gewährleisten und nicht allfällige Bonis sicherstellen. Hier ist der Verwaltungsrat der SBB gefordert, um andere Lösungen zu suchen und zu finden. Keinesfalls dürfen darunter die Passagier leiden, selbst wenn die Betroffenen eine Minderheit darstellen.
(Text: K. Schreiber, 25.10.2015)


25.10.2015 18:27:46