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Gotthard Bergstrecke nicht verkümmern lassen

In weniger als zwei Jahren wird der Gotthard-Basistunnel eröffnet. Damit wird die bisherige weltberühmte Gotthard-Bergstrecke mit der spektakulären Linienführung im Reusstal, der Leventina und der Biaschina an Bedeutung verlieren. Sie soll weiterhin betrieben werden – auf unattraktive Art und Weise mit Umsteigen in Erstfeld und mit Vorortstriebzügen und ohne Zugsbegleitung. Pro Bahn Schweiz, die Interessenvertretung der Kundinnen und Kunden des öffentlichen Verkehrs und insbesondere die Sektion Zentralschweiz von Pro Bahn Schweiz befürchten, dass mit dem vorgesehenen Konzept die Gotthard Bergstrecke wegen zu schwacher Frequenzen ob kurz oder lang verkümmert, dies mit gütiger Mithilfe von Bund und Kantonen und auch der SBB. Tatsächlich muss für eine Reise vom Flughafen Zürich nach Andermatt mit diesem Konzept nicht weniger als dreimal umgestiegen werden. Das wird unweigerlich dazu führen, dass Carbetriebe dafür sorgen werden, diese Kunden bequem nach Andermatt zu bringen.

Das BLS-Konzept kopieren
Die BLS hat es nach der Eröffnung des Lötschberg-Basistunnels vorgemacht: Modernes und komfortables Rollmaterial mit Zugsbegleitung bedient nach wie vor die wichtigen Zentren wie Frutigen und Kandersteg auf der Nordseite. Auf der Südseite wird sogar an jedem Bahnhof angehalten. Dieses Angebot hat sich als voller Erfolg erwiesen. Weshalb wird dieses Erfolgsmodell von Bund, den betroffenen Kantonen und der Bahn nicht übernommen?

Die Gotthard Bergstrecke soll leben
Pro Bahn Schweiz bekämpft diese Absicht mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln und hat aus diesem Grund eine Resolution an Bundesrätin Doris Leuthard gerichtet, welche fordert, dass eine durchgehende Verbindung via Bergstrecke ohne Umsteigeschikane in Erstfeld und mit geeignetem Rollmaterial eingerichtet wird. Nur so wird die Gotthard Bergstrecke weiterleben. Das vorgesehene Konzept ist nichts anderes als ein Ableben auf Raten.
(Text: K. Blättler / K.Schreiber, 20.04.2015)


20.04.2015 19:04:17