Bitte warten...

PREMIO PRO

PREMIO PRO heisst:

                     Wir geben dem öV wieder ein Gesicht


Nach dem Probelauf im Frühsommer 2016 wird PREMIO PRO ein fester Bestandteil unserer Aktivitäten. Seit Jahren thematisieren wir bei Pro Bahn Schweiz das Verschwinden persönlicher Kontakte im öV.
Unsere unkonventionelle Aktion bedeutet aber, dass wir weiterhin auf Ihre Mitarbeit angewiesen sind.

Bis im Juni 2017 können Sie, liebe Leserinnen und Leser, uns Mitarbeitende melden, die sich mit einer speziellen Dienstleistung hervorgetan haben. Einige Beispiele, damit klar wird, wonach wir suchen:
•    Während einer Störung macht der Zugchef eine speziell gute Durchsage,
      welche die Gemüter beruhigt

•    Eine Schalterangestellte nimmt sich besonders viel Zeit und Mühe,
      Ihnen ein passendes Billett für eine Auslandfahrt auszustellen

•    Eine Lokomotivführerin fährt wie auf Wolken und holt trotzdem eine
      Verspätung auf

•    Ein Mitarbeiter der Seilbahn hilft Ihnen äusserst taktvoll; so wird
      Ihre Fahrt trotz Ihrer Angst vor Reisen in einer Kabine hoch
      über dem Erdboden erträglich.

2016_PP-02.jpg   

Bitte teilen Sie uns ausserordentliche Ereignisse schriftlich mit. Übrigens: Wie Sie aus den obigen Beispielen sehen, geht es nicht um Leben und Tod; auch ganz alltägliche Situationen bieten äusserst positive Erfahrungen – diese suchen wir. Nennen Sie uns den Ort, das Datum, und vor allem den Namen des betreffenden Mitarbeitenden zusammen mit einer kurzen Schilderung, warum Sie ihn oder sie als würdig erachten, von uns die Auszeichnung PREMIO PRO zu erhalten.

Wichtig: Alle Reisenden sind eingeladen, Beiträge einzusenden, nicht nur Mitglieder von PBS.
Machen Sie also unsere Aktion bitte in Ihrem Bekannten- und Freundeskreis bekannt.
Die Mitglieder unseres Ressorts Dienstleistungen sind anfangs Juli die Jury, welche fünf Auszeichnungen vergibt. Die eigentliche Übergabe findet später statt, das Verkehrshaus der Schweiz gewährt uns für PREMIO PRO im Spätsommer wiederum grosszügigerweise Gastrecht.

Die Meldungen senden Sie bis spätestens am 2. Juli 2017 entweder an

•    Pro Bahn Schweiz, PREMIO PRO, 8000 Zürich oder an
•    Email address protected by Javascript. (Betreff PREMIO PRO)

(Text: A. Theiler, 11.10.2016)


Auszeichnung PREMIO PRO
                                   Wir geben dem öV wieder ein Gesicht


Der 19. September 2016 ist ein Meilenstein in der Geschichte von Pro Bahn Schweiz. Zum ersten Mal wurde die brandneue Auszeichnung „Premio Pro – Wir geben den öV wieder ein Gesicht“ an zehn Mitarbeitende verliehen. An der kleinen aber feinen Feier konnten nur vier der Ausgezeichneten teilnehmen. Das tat der fröhlichen und solidarischen Atmosphäre aber keinen Abbruch.

2016_PP_01.jpg
v.l.n.r. Max Stebler, Daniel Eggenberger, Hansruedi Becker, Heinz Kneubühler
ZUR BILDERGALERIE


Das Dreiklanghorn kommt im Linienverkehr auf Bergpoststrassen zum Einsatz. Das Klangmotiv stammt aus dem Andante der Ouvertüre zu Rossinis «Willhelm Tell» und umfasst die Töne cis, e und a in A-Dur. Hansruedi Becker lässt es auf der Klöntaler-Linie oft erklingen. Sein Markenzeichen aber, deswegen er nominiert wurde, ist sein Gespür für die Wünsche und Unsicherheiten der Touristen, welche diese Linie vielleicht zum ersten Mal befahren. Ein Beispiel unter vielen: Er betätigt das Posthorn auf der Rückfahrt rechtzeitig vor Halten bei Restaurants, so dass die Gäste Zeit haben, sich für die Fahrt bereit zu machen.


Von den zehn Mitarbeitenden arbeiten deren sieben bei der SBB, zwei bei der BLS und einer eben bei PostAuto. Pro Bahn Schweiz erstellte bewusst keine Rangliste – so wie das zum Beispiel in Deutschland gepflegt wird – sondern freute sich über das schöne Echo in diesem Probelauf. Jede zusätzliche Leistung eines Mitarbeitenden ist Gold wert fürs Image der betreffenden Unternehmung wie für den öV als Ganzes. So durften wir an der Feier auch Martin Moser als Regionen-Manager Zentralschweiz SBB sowie Ros Niederer, Geschäftsführerin der Niederer Autobetrieb in Filzach begrüssen.

Vier Geehrte sind im Verkauf tätig. Interessant ist, dass drei davon, Regula Schweizer und Ursula Schönenberger vom Bahnhof Romanshorn sowie Daniel Eggenberger vom Bahnhof Spiez, für ihre ausserordentliche Kompetenz beim Verkauf von Auslandbilletten nominiert wurden. In diesem unübersichtlichen Feld ist menschliche Expertise gefragt – und glücklicherweise ist sie noch vorhanden. Bernhard Tschanz als Kassier beim Schiffsbetrieb auf dem Thunersee organisiert für einen Reisenden – der den Fahrplan falsch gelesen hat – im Bus von Thun nach Beatenbucht einen Übergang dort aufs Schiff Richtung Interlaken, obschon die Fahrplanzeiten das nicht zulassen.

Selbstverständlich führt Pro Bahn Schweiz diese Auszeichnung weiter durch. Für die nächste Runde ist die Nominierungsfrist bereits offen – melden Sie doch bitte bis Ende Juni 2017 ausserordentliche Leistungen von Mitarbeitenden an info@pro-bahn.ch oder an Pro Bahn Schweiz, 8000 Zürich. Und wir sind froh, wenn Sie das als Mitglied weitersagen, denn jeder Reisende, jede Kundin des öV kann bei der Nominierung mitmachen. Unter den diesjährigen Preisträgern sind auch Leute, die nicht direkt an der Front arbeiten – bitte diese nicht vergessen.

Thomas Iseli als Mitarbeiter im Contact Center der SBB in Brig: Auf die Frage eines jahrzehntelangen Kunden, ob es beim Kauf eines GA keine Tageskartengutscheine mehr gebe, erhielt er von Herrn Iseli nicht nur den Bescheid, dafür müsse er noch eine Zeitlang warten, sondern als treuer Kunde gleich noch einen weiteren Gutschein. Oder Jean-Pierre Baebi, ein Sicherungsanlagen-Techniker bei SBB Infrastruktur: Er behob frühmorgens eine Störung am Bahnhof Zug, übernahm anschliessend die Kundenlenkung und half bei Bedarf auch selber beim Perronwechsel mit, so dass alle Reisenden die nächsten Züge erreichten.

Martin Bütikofer, der Direktor des Verkehrshauses, nahm sich frei von seinen anderen mannigfaltigen Verpflichtungen, um die Anwesenden zu begrüssen und in einer fulminanten Rede ebenfalls den Wert des Zwischenmenschlichen im öV zu betonen. Solche Impulse geben auch uns von PBS den nötigen Rückhalt. Oft sind ja die einzigen Mitarbeitenden, die Reisende heute noch antreffen, die Zugchefs und Zugbegleiter. Aus dieser Kategorie wurden uns drei Personen gemeldet – eigentlich erstaunlich wenige, aber für uns doch ein Zeichen, dass auch andere Mitarbeiterkategorien wahrgenommen werden.

Bruno Schelbert, Zugchef aus Luzern, stellte einer vergesslichen Kundin nicht nur eine neue Tageskarte aus, weil sie die für ihren Begleiter zuhause vergessen hatte, sondern offerierte den beiden Reisenden zur Beruhigung noch einen Kaffee vom Minibar-Wägeli. Heinz Kneubühler, Zugchef und Max Stebler, Reisezugbegleiter, beide mit Standort Delémont, fielen einem Mitglied durch ihre schnellen und informativ-beruhigenden Durchsagen auf, als ein ICN zwischen Basel und Biel zuerst einen Nothalt, dann noch einen weiteren Halt wegen einer technischen Störung hatte.

Eben dieser Heinz Kneubühler meinte, als er seine Urkunde überreicht erhielt, ganz bescheiden, er hätte doch nur seinen Job gemacht. Einerseits stimmt das, andererseits kann jeder Job mit Kundenkontakt auf verschiedene Art erledigt werden. Hier setzen wir mit Premio Pro ein und wollen Mitarbeitenden zeigen, dass ihr Einsatz wirklich gewürdigt und nicht nur als eine Selbstverständlichkeit hingenommen wird. Deshalb baten wir die Preisträger auch, in ziviler Kleidung und nicht in der Uniform anzutreten – wir wollen sie primär als Menschen mit dem besonderen Etwas auszeichnen, nur sekundär als Mitarbeitende eines bestimmten Unternehmens.
(Bild: G.Müller; Text: A. Theiler, 28.09.2016)

PREMIO PRO - dem öffentlichen Verkehr ein Gesicht geben

Der Tourismus ist sehr wichtig für die schweizerische Volkswirtschaft. Entscheidend für ein gutes Tourismusangebot sind aber schliesslich immer die dort beteiligten Menschen, neudeutsch die Software. Im öffentlichen Verkehr ist dagegen eine Strategie weg vom Menschen zum Automaten, dem Smartphone etc. im Gange, um keine Entwicklung zu verpassen. Gerade in letzter Zeit häufen sich Meldungen über Bahnhofs- oder Schalterschliessungen. In vielen Situationen lässt sich aber trotzdem der Mitarbeitende aus Fleisch und Blut nicht ersetzen. Hier setzt Pro Bahn Schweiz, die Interessenvertretung der Kundinnen und Kunden des öV, mit dem „Premio Pro“ ein und will mit der Kampagne den öffentlichen Verkehrsunternehmungen wieder ein Gesicht geben.

Dieser Preis wurde heute zum ersten Mal an zehn Mitarbeitende aus dem öV im Verkehrshaus in Luzern verliehen. Die Mitglieder von Pro Bahn Schweiz konnten im Frühling Personen melden, die sich mit einem persönlichen und der Situation angemessenen Service besonders hervorhoben. Fünf Teams oder Einzelpersonen der SBB waren darunter, zwei Mitarbeiter der BLS sowie ein Postautochauffeur. Zum grössten Teil waren es Personen im direkten Kundenkontakt, aber auch ein Mitarbeiter von Infrastruktur SBB schaffte es in die illustre Runde. Alle Ausgezeichneten taten mehr, als erwartet werden konnte, und machten deshalb eine Reise für Tagesausflügler oder Pendler zum besonderen Erlebnis. Diese Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse der Reisenden wurde in einer kleinen Feier und mit einer Urkunde gewürdigt.

Nach diesem gelungenen Probelauf etabliert Pro Bahn Schweiz den Preis definitiv. Meldungen über besonders aufmerksame Mitarbeitende können ab sofort bis Ende Juni 2017 gemeldet werden an info@pro-bahn.ch oder Pro Bahn Schweiz, 8000 Zürich. Es spielt keine Rolle, ob Sie Mitglied sind. Eine vereinsinterne Jury wird anschliessend die Eingaben sichten und daraus die glücklichen Preisträger für den Premio Pro 2017 wählen.
(Text: K. Schriber, 19.09.2016)