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Aktuell

Komfortdifferenz erste und zweite Klasse

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In einem arbeitsintensiven Verfahren versuchten wir zuerst herauszufinden, warum die Preisdifferenz zwischen erster und zweiter Klasse so gross ist, 70% bei den Einzelbilletten, 60% bei den GA. Von den SBB erhielten wir eine Reihe von aussagekräftigen Zahlen, um den Unterschied bei den GA-Preisen zu begründen:

•  In der 1. Klasse ist der GA Anteil ca. 10% höher als in der 2. Klasse.
•  Mehr Komfort durch mehr Platz führt zu tieferer Zahl an Sitzplätzen pro Wagen
    (ca. 30 Prozent).
•  Tiefere Auslastung der 1. Klasse gegenüber 2. Klasse. Die Unterschiede sind
    bedeutend, in der 2. Klasse Fernverkehr ist die Auslastung gut ein Drittel, bei der
   1. Klasse weniger als ein Viertel.
•  Deutlich höhere Nutzung des GA 1. Klasse im Vergleich zu GA 2. Klasse.
    Beim GA Erwachsene beträgt der Unterschied knapp ein Drittel, über alle
    GA ist er sogar noch höher.

Diese Zahlen beziehen sich auf den Fernverkehr. Im Regionalverkehr ist die Lage sicher anders, aber da haben wir keine Zahlen eruieren können.
Störend ist, dass der Komfort der ersten Klasse mehr und mehr demjenigen der zweiten Klasse angepasst wird, das heisst, trotz grosser Preisdifferenz will sich das von den SBB propagierte Gefühl „unterwegs zu Hause“ nicht mehr so recht einstellen.
Eine kleine Umfrage unter jüngeren BenutzerInnen der ersten Klasse ergab Erstaunliches. Diese Reisenden suchen primär den garantierten Sitzplatz und etwas mehr Ruhe. Ebenfalls wichtig ist die Möglichkeit zum Arbeiten; dies ist mit Steckdosen in fast allen Zügen und zum Teil auch speziellen Arbeitsplätzen im Regionalverkehr erfüllt.
Es scheint, dass nicht nur die öV-Unternehmen den Spielraum für den Marktpreis erster Klasse voll ausschöpfen, sondern dass dies, vielleicht ohne es immer klar zu formulieren, von vielen KundInnen akzeptiert wird, weil nur mit einem hohen GA-Preis in der ersten Klasse die Kriterien Sitzplatz und Ruhe weiterhin garantiert sind.
Was ist unter diesen Bedingungen der Spielraum für Interventionen von Pro Bahn Schweiz? Fortsetzung folgt.

(Seite aktualisiert 04.06.2012)