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Aktuell

Pro Bahn Sektion Espace-Mittelland         (17.02.2017)

Weissenstein: Der Trumpf des Regionalzuges

Am 14.2.2017 teilt das BAV mit, dass sie für eine Sanierung des Weissenstein-Tunnels der BLS als Infrastruktur-Eignerin grünes Licht zur Sanierung erteilen. Kosten wird’s 85 Mio CHF, ausgeführt wird die Sanierung 2020-2022 und hinhalten soll der renovierte Tunnel für weitere 25 Jahre.

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Pro Bahn freut sich ob dieses Entscheides. In der seinerzeitigen Stellungnahme an die Kantone Solothurn und Bern wurde von uns klar zum Ausdruck gebracht, dass die Variante Tunnelsanierung den grössten Nutzen für die Fahrgäste bringen werde. Zwar weist die Strecke einen auffallend niedrigen Kostendeckungsgrad auf, speziell im durchgehenden Verkehr, doch ist die Bahn für das obere Thal die einzig vernünftige und unschlagbar schnelle Verbindung nach Solothurn. Auch für die touristische Erschliessung des Weissensteins und des Naturparks Thal bringt nur eine durchgehende Bahnlinie einen wirklichen Nutzen. Diese Ansicht vertreten auch die beiden Kantone, was für den Entscheid des BAV richtungsweisend ist. Die Trumpfkarte «durchgehender Regionalzug» hat am Weissenstein gestochen – für die Fahrgäste ein Stich der zählt.
Bildlegende:
Am Bahnhof Gänsbrunnen, dem einzigen in der oberen Region Thal, aber bereits ennet der Grenze im Kanton Bern, vermittelt der Regio für weitere 25 Jahre den Anschluss von Solothurn auf's Postauto. Hinten die nördliche Einfahrt des Weissenstein-Tunnels.
(Text+Bild: K.P. Woker 14.02.2017)


Touristenaugen im Bahnhof Bern


Fast drei Jahre ist es her, seit wir mit gleichlautenden Briefen an die Stadt Bern, Bern Tourismus und die SBB Lücken in der Signalisation aufzeigten. Die Stadt und Bern Tourismus erklärten sich als nicht zuständig, dafür erhielten wir von der SBB die Einladung, zusammen mit ihnen die Sache vor Ort anzuschauen.
Unsere Annahme, die wir auch auf dem intensiven, fast zweistündigen Rundgang machten, war, wie sich ein Ortsfremder, ein Tourist zum Beispiel, zurecht findet. Von der SBB nahm unter anderem Peter Zürcher, Leiter Corporate Design, teil. Er zeigte sich vielen unserer Argumente gegenüber sehr aufgeschlossen, orientierte uns aber auch, dass die SBB alle Bahnhöfe zu diesem Thema detailliert untersuchen würden und wir die Verbesserungen mittelfristig zu sehen bekämen.

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Gut Ding will Weile haben – aber schliesslich gibt es mehr als nur einen Bahnhof im Netz der SBB. Reisende am Bahnhof stellen seit einigen Wochen ein komplett neues Bild von Informationen fest. Die neue Signalisation ist eindeutig übersichtlicher und besser auf die hauptsächlichen Kundenströme ausgerichtet. Klar sind nicht alle unsere damaligen Vorschläge übernommen worden; das betrifft die Signalisation zu den Taxis und zum Büro von Bern Tourismus. Das Gesamtbild hat aber deutlich an Übersichtlichkeit gewonnen.

Die Sektion Espace-Mittelland von Pro Bahn Schweiz teilte diese Befriedigung auch Peter Zürcher mit, der unter anderem antwortete: „Schön von Ihnen zu lesen und noch schöner, dass Sie zufrieden mit den Ergebnissen sind. Sie haben einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur guten Überarbeitung geleistet. Dafür danke ich Ihnen nochmals bestens.“ Einmal mehr also der Beweis, dass konstruktive Kritik auf positiven Widerhall trifft und greifbare Resultate zeitigt.
(Text: A. Theiler, Bild: H.R., 07.02.2017)

In Flamatt stehen gelassen, Pro Bahn Mitglied organisiert Abhilfe

Am Mittwoch, 28.12.2016, um 08.58 saust die S 1, Zug 15131, spurtschnell unterwegs mit einem Mutz-Doppelstock-Triebzug, davon. Doch oh weh, fahrplanmässige Abfahrt 08.59. Ganz klar, der Lokführer ist zu früh weggefahren. Rund ein Dutzend verärgerte Kunden und Kundinnen kommen ins Gespräch und überlegen, wie sie nun nach Spinas, Adelboden, auf den TGV ab Bern und nach Zürich zur vereinbarten Sitzung kommen.

Roman Fankhauser, ein engagiertes Mitglied von Pro Bahn gehört auch zur Gruppe der Gestrandeten. Als «öV-Freak» hat er eine Idee, greift zum Handy. Er kennt die Nummer der Betriebsleitzentrale der SBB in Olten, welche die vorzeitige Abfahrt ebenfalls bestätigt. Er kann im Gespräch erreichen, dass der SBB-IC von Genf nach Zürich-St.Gallen einen ausserplanmässigen Halt in Flamatt einlegt, um die von der BLS-S Bahn stehen gelassenen Passagiere aufzunehmen. Um 09.16 steigen sie ein – der Herr mit der Sitzung in Zürich und das Ehepaar das nach Spinas will, können in Bern gleich sitzen bleiben. Danke Roman, das ist Direkthilfe von Pro Bahn.

Im Gedankenaustausch unter den Gestrandeten werden ähnliche Vorkommnisse in Flamatt und Schmitten bekannt. Baustellenbedingt wurden der S 1 zwischen Fribourg und Bern recht grosszügige Zeitreserven im Fahrplan eingeräumt, damit sie auf der Weiterfahrt nach Thun, im engen Korsett zwischen IC und Güterzügen eingeklemmt, ja immer zur Zeit unterwegs ist. Das heisst eben, dass die Lokführer zwischen Fribourg und Flamatt sehr genau auf die Uhr schauen, wann sie abfahren. Doch ja nicht zu spät, sonst würden die Fahrgäste davon ausgehen, dass die S 1 in Flamatt wohl immer um 09.00 und nicht um 08.59 wegfährt.
(Text: R. Fankhauser / K.P. Woker, 16.01.2017)

Verspätungen auf dem Linien-Netz der Matterhorn-Gotthard-Bahn

Mit Schreiben vom 3. Januar 2017 an die Direktion Matterhorn-Gotthard-Bahn (MGB) hat Pro Bahn Schweiz, Sektion Espace-Mittelland nach Hinweisen von Mitgliedern auf die häufig auftretenden Verspätungen in Netz der MGB aufmerksam gemacht und die Frage aufgeworfen, weshalb diese aufgetreten sind.
Schreiben Sektion Espace-Mittelland

Mit Antwortschreiben vom 5. Januar 2017 hat die Direktion der Matterhorn-Gotthard-Bahn dazu Stellung genommen.
MGB Antwortschreiben
(11.01.2017)


PBS Espace-Mittelland bei Bernmobil


Der Vorstand von Pro Bahn Schweiz Espace-Mittelland trifft sich periodisch mit Vertretern einzelner Transportunternehmen in unserem Einzugsgebiet. Dies war anfangs Dezember vereinbart mit Bernmobil, wo wir unter anderem vom Leiter Netzentwicklung sehr kompetent über anstehende Fragen und Ideen Auskunft erhielten. Dabei wurde uns bewusst, wie wenig Spielraum die Transport-Unternehmen haben, um eigene oder von uns eingebrachte Kunden-Anliegen umzusetzen. Der Kanton als Besteller aller öV-Leistungen spricht ein sehr wichtiges Wort mit. Dabei stellen die Finanzen und deren gerechte Verteilung im Kanton ein schwer zu schlagendes Argument dar oder anders ausgedrückt: schön wär’s wenn Kundenwünsche via Pro Bahn «einfach so» umgesetzt werden könnten. Trotzdem, wir bleiben dran. An der Mitgliederversammlung 2017 werden wir Gastrecht bei Bernmobil geniessen und dann nachhaken.
Der Gedankenaustausch mit Bernmobil  > Gesprächsnotiz
(Text: K.P. Woker, 30.12.2016)


S 6 Langenthal - Luzern: BLS bietet Fitness

In Langenthal, Huttwil und Willisau bietet die BLS für Benützer dieser Linie eine kleine Fitness-Kur an. Langenthal: Die BLS-Nina fährt ab Gleis 14 - Bus und Stadtausgang gleich nebenan , aber mit niedrigem Perron, eine Stufe von 20 Zentimetern zum "Hoch"-Steigen in den "Nieder"-Flurtriebwagen ist angesagt. Nebenan auf Gleis 13 mit 55 cm hohem Perron fährt kein Zug. In Huttwil wurde soeben ein brandneuer Bahnhof eingeweiht. Alle Züge fahren ab Gleis 2 oder 3 am Mittelperron. Dieser ist nur durch die Unterführung zu erreichen - für Behinderte gibt's einen Lift, für die anderen ist Treppensteigen gefragt. Der ortsnahe Hausperron an Gleis 1 ist für Züge nach Sumiswald gedacht, nur wird diese Linie mit Bus statt Bahn bedient, Abfahrt am selben Perron, auf der andern Seite. Gleiches Bild in Willisau, wo der Hausperron mit Postauto gegenüber den Zügn auch nur in Ausnahmefällen angefahren wird.
Drei klassische Fälle wo Betrieb und Infrastrukturbetreiber zu wenig an die geschätzten Kundinnen und Kunden gedacht haben. In Huttwil und Willisau kreuzen sich die Züge - mindestens einer davon könnte am Hausperron anhalten.
(Text: K. Woker, 10.12.2016)

Kundenfreundlicher Bahnhof Huttwil
BLS-Strecke Langenthal - Wolhusen


Seit 2014 wurde der Bahnhof Huttwil rundum für CHF 50 Millionen komplett erneuert.
Ein neues Aufnahmegebäude beherbergt das BLS Reisezentrum (geöffnet Mo-Fr 07.00-18.30, Sa 07.00-11.30/12.30-16.00, So geschlossen) mit „PickPost“-Service, einen Migrolino-Shop, Betriebsräume für BLS-Mitarbeiter und ab Februar 2017 eine Filiale der Visana.

Zwei lichtdurchflutete Unterführungen gewähren einen barrierefreien Zugang auf grosszügigen Rampen und mit Lift zu den längeren Perrons.
Park- und Bike-and-ride-Anlagen sowie Bushaltestellen direkt am Bahnperron bieten bequeme Umsteigemöglichkeiten.

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Die offizielle Einweihung der Anlage fand am 1. Dezember 2016 in Anwesenheit von Frau B. Egger-Jenzer, Regierungs-
rätin des Kt. Bern, Herr
H. Muralt, Gemeindepräsident Huttwil,  Herr D. Wyder, Leiter Infrastruktur BLS und weiteren geladenen Gästen aus Politik und Wirtschaft statt.


Symbolischer Abschluss der Arbeiten mit dem gemeinsamen Setzen einer “vergoldeten“ Schwellenschraube durch Frau B. Egger-Jenzer, Hr. H. Muralt und Hr. D. Wyder (v.r.n.l).

Umbau im Bild verfolgen > www.bahnhof-huttwil.ch       
Der Link wurde freundlicherweise von "bild huttwil gmbh" zur Verfügung gestellt.
(Bild +Text: H.R., 01.12.2016)


Wegen Seeabsenkung Millionengrenze nicht überschritten?
BLS Schifffahrt auf Thuner- und Brienzersee 2016

Alle vier Jahre wird der Thunersee abgesenkt, so dass die Kanäle zu den Ländten Thun und Interlaken wie auch die Zufahrt zur Werft nicht befahren werden können. Dies war heuer wieder bis zum Beginn des regulären Betriebs der Fall. Dadurch waren gegenüber dem Vorjahr 21% weniger Passagiere an Bord.
Dank der guten Wetterverhältnisse im zweiten Halbjahr konnten bis zum 6. November 974‘692 Personen auf den Schiffen des Thuner- und Brienzersee begrüsst werden. Statistisch sind dies 0,75 % weniger als im Vorjahr.
2015 wurde erstmals nach längerer Zeit wieder die finanzielle Gewinnzone erreicht. Für 2016 hofft die BLS mit der angelaufenen Winterschifffahrt und Events wie Frühstücksschiff, Fondue-Schiff, Winterdampf, Weihnachts- und Silvesterschiff sowie den beide Restaurant-Schiffen an den Ländte Thun (ab 13.1.2017) und Interlaken (ab 26.11.2016) auf ein ausgeglichenes finanzielles Ergebnis.

Ereignisse 2016
Beteiligung an der Jetboat Interlaken AG / Baustart Werfthalle Thun / Pilotprojekt „Ranger“ am Brienzersee / Saisonverlängerung mit neuem Herbstfahrplan / Inbetriebnahme Ländte Leissigen / betreute Spielkajüten für die Jüngsten / COOP-Familienkarten / Kinderschiffe / Sonderfahrten

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Werfthalle noch betriebsbereit 25.03.2015
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Werfthalle während Abbruch 24.11.2016

Pro Bahn Sektion Espace-Mittelland erkundigt sich betreffend Entlastung der Strasse am rechten Seeufer, die mehr und mehr morgens nach Thun, abends zurück und sonntagnachmittags bereits ab Gunten bis Thun verstopf ist, ob nicht Shuttle-Schiffe z.B. Gunten - Oberhofen -Thun bzw. Querfahrten Oberhofen / Hilterfingen – Gwatt  Abhilfe leisten könnten?
Die Idee sei nicht neu, jedoch müsste der Input aus der RVK (Regionale Verkehrs - Konferenz) bzw. den Gemeinden und dem Kanton (abgeltungs-
berechtigt) erfolgen. Auch dürften sich nicht zwei öV Unternehmen gegenseitig konkurrenzieren (STI-BLS).

(Bilder + Text H.R., 26.11.2016)


Für die S-Bahn Bern wohl das Beste

Jetzt ist der Verwaltungsrat der BLS auf das Werkstätte-Konzept der breit abgestützten Begleitgruppe eingetreten. In Bern West - aber nicht in Riedbach - und Spiez sollen leichte Unterhaltsarbeiten (Kontrollen, Reinigungen) und in Bönigen schwere Unterhaltsarbeiten (Reparaturen, Revisionen) durchgeführt werden. Demnach wird im Gebiet Chliforst-Nord an der Linie Bern-Neuenburg eine neue Werkstätte mit Durchlaufbetrieb gebaut. Die benötigten 15 Hektaren auf Berner Stadtgebiet liegen auch im Grünen und beanspruchen Fruchtfolgeflächen genauso wie Waldboden. Die BLS beurteilt das Bauwerk nach der fast zweijährigen Meditationsphase unbedingt als standortgebunden und damit käme eine Waldrodung in Frage.

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Foto:BLS (rechts im Bild Bahnhof Riedbach, mitte Manneried/Schiessplatz, links Chline Forst)


Für die heute schon über 160'000 Fahrgäste der Berner S-Bahn kann dieser Standort nur von Nutzen sein. Westlich von Bern - wo 1/3 des S-Bahn-Verkehrs  abgewickelt wird -, an einer mässig befahrenen Strecke um auch während des Tages Zu- und Wegfahrten möglich zu machen und in Redundanz zum Standort Spiez im Ostteil des BLS-Netzes, werden dort dereinst rund 20 Züge gereinigt, kontrolliert und deren WC's geleert.

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vorgesehener Standort Werkstätte, hinten Chline Forst (Foto: H.R.) 

Wenn Kultur- statt Industrieland für solche Bauwerke genutzt werden soll, gehen die Wellen hoch. Eine leistungsfähige Werkstätte ist aber Voraussetzung für einen sicheren, störungsfreien und sauberen Betrieb und sie muss möglichst zentral liegen, sonst entstehen unnötige und teure Leerfahr-Kilometer. All dies beeinflusst die Betriebskosten ganz direkt. Wir Kundinnen und Kunden der S-Bahn - bald werden es täglich über 1/4 Million sein - vergessen solche Tatsachen gerne. Pro Bahn begrüsst den heutigen Entscheid der BLS zum Dreiwerkstätte-Konzept deshalb uneingeschränkt und hofft, dass der anvisierte Realisierungstermin Ende 2025 nach fast sieben Planungs- und drei Baujahren nicht verzögert wird. Dies soll durch eine neue Dialoggruppe unter der Leitung des CEO der BLS sichergestellt werden, damit durch Einsprachen nicht unnötige Verzögerungen eintreten. Aus Kundensicht, auch dies, ein begrüssenswerter Schritt.
(Text: K. Woker, 14.11.2016)

Bernmobil: Elektrisch nach Köniz

Das Tram Region Bern wurde vom Könizer Stimmvolk gebodigt. Busse seien gut genug, Doppelgelenkbusse mit Dieselmotor nach Euronorm 6 auf der Linie 10. Trotzdem erhält Köniz jetzt eine elektrifizierte Linie.
Bernmobil will ab Herbst 2018 die Buslinie 17 mit Elektrogelenkbussen betreiben, und zwar ohne Fahrleitung. Modernste Technik bei Batterie und Ladestationen machen's möglich. Aufgeladen wird einerseits im Depot in der Nacht und andrerseits am Endhalt Köniz-Weiermatt, wenn sowieso einige Minuten auf die nächste Fahrt  zu warten ist. Notfalls muss ein solcher Bus seine Runde zum Bahnhof dreimal ohne Nachladen absolvieren können. Bernmobil, in diesem Projekt von Kanton, Stadt und Köniz finanziell unterstützt, will der Elektromobilität auf dem ganzen Hauptnetz zum Durchbruch verhelfen. Leise, schnell, komfortabel und ohne CO2-Ausstoss, so das Ziel.

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Gasbus Linie 10 und Hybridbus Linie 17 sind heute Standard bei Bernmobil, Bild: K.Woker

Vor kurzem hat Bernmobil - als erster Verkehrsbetrieb - 21 Hybridgelenkbusse in Betrieb genommen, um die ältesten Volvo-Dieselbusse zu ersetzen. Die Neuen flüstern leise durch die Stadt, ganz im Gegenteil zur grossen Flotte an Gasbussen mit ihrem übermässig hohen Lärmpegel. Jetzt wird auf die Elektrizität gesetzt.  Trolleybusse, speziell als Doppelgelenkbusse wie in Zürich, Genf, Luzern schon im Einsatz und für die Linie 20 bestellt, sind nochmals effizienter als das anvisierte System, denn sie müssen keine Energiequelle mitführen. Dafür fällt die Oberleitung ins Gewicht, finanziell und betrieblich. Das rechtfertigt sich nur bei hohen Frequenzen wie Richtung Länggasse oder Wyler.

Nicht ganz korrekt ist die aufgestellte Behauptung, Bern sei schweiz-, wenn nicht europaweit der Pionier in dieser Technik. In Genf ist das Projekt Tosa-Bus in Realisierung.

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Bild: H.Rothen  

Dort wird aber die Batterie des Busses an jeder Haltestelle aufgeladen. Das führt zu längeren Fahrzeiten und in Köln, wo sich Bernmobil inspirieren liess, werden nur Normalbusse eingesetzt. Die Lehre aus dem Kölner-Experiment für Bern geht dahin, dass ein Hersteller das ganze System, also Bus und Ladestationen liefert, sonst bleiben die Vehikel zu oft stehen, was Kunden und Betreiber ärgert. Für Bern sind jetzt verschiedene Anbieter im Rennen - ein Schweizer Lieferant sei gut positioniert, wird ausgeführt.

Und die Passagiere? Diese dürfen durchaus applaudieren, denn leise, klimatisierte Niederflurbusse, die fast sicher zuverlässig unterwegs sind und kein CO2 ausstossen sowie bei Störungen auch mal eine Ausweichroute befahren können, sind zu begrüssen. Wenn wir noch etwas in die Zukunft spähen wollen, dann liesse sich die Linie 17 am Bahnhof mit der Linie 21 nach Bremgarten oder mit dem Linienast Paul-Klee-Museum der Linie 12 durch die Altstadt verbinden. Flugs wären dann die unschönen Oberleitungen im Unesco-Welterbe verschwunden und die vielen Dieselbus-Einsätze des Zwölfers während Anlässen in der unteren Stadt wären Geschichte.

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Auch Tramlinien lassen sich nach diesem System betreiben, entdeckt in Sevilla entdeckt, wo die Trams entlang der Mezquita ohne Oberleitung unterwegs sind, allerdings an jeder Station einen "Tankstopp" einlegen.

In Sevilla lädt ein mit Reklame vollgeklebter Tramwagen die Batterie auf (Bild: K. Woker).

(Text: K. Woker, 12.11.2016)


Freundlich lächelnd statt hilflos rot

Ein Signal und ein Lichttor, die unten an einer Treppe unvermutet zwei Minuten lang rot aufleuchten. Keine Anzeige für den Aufstieg ins Rotlichtviertel von Bern, sondern ein - aus unserer Sicht - eher hilfloser Versuch der SBB, die unablässig wachsenden Pendlermengen zu steuern. Nicht über die Treppe Richtung Westen auf's Perron stürmen während andere Passagiere vom Zug zur Stadt strömen, das ist die Absicht - wohl an einem Schreibtisch erfunden.

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Genau so die gelben Richtungspfeile an Boden und Decke in der Berner Bahnhofunterführung. Auch dort Nutzen zweifelhaft, wie verschiedene Beobachtungen zeigen. Der Mensch stürmt vom und zum Zug so wie es ihm beliebt und lässt sich nicht dirigieren.
Dabei gäbe es bei jedem Perronzugang eine Alternative "ganz ohni Gschtungg". Die Treppe auf der Ostseite. Einziger Nachteil, die Züge halten an den Perrons ziemlich viel weiter westlich an, was ein paar Meter Umweg bedeutet. Früher war's nicht so, als es noch keinen Bahnhof Ausgang über die Welle Richtung Schanzenstrasse gab, da hielten die Züge noch im Bereich beider Perronabgänge an. Aber ohne Welle wäre das Gedränge in der Unterführung noch viel grösser.
Der Vorschlag von Pro Bahn Espace-Mittelland: Zu den Stosszeiten in der Unterführung des Bahnhofs "menschliche Wegweiser" zu platzieren. Jede und jeder als freundliche, auskunftsbereite, lächelnde, aber bestimmt lenkende Dienstleister im Einsatz für die Bahn. Diese Menschen liessen sich finden - wir sind überzeugt.
(Bild: SBB; Text: K. Woker, 11.11.2016)

Bahnwerkstätten nur im Grünen realisierbar?

Im Raum Bern geben zur Zeit gleich zwei Bahnprojekte zu reden, die fast ausschliesslich auf Kulturland und Waldboden realisiert werden sollen. Hohe Wellen hat 2015 die Idee der BLS geworfen, eine Grosswerkstätte in Riedbach (Stadt Bern) entlang der Linie nach Neuenburg zu realisieren. Ein stattlicher Bauernhof wäre dem Projekt zum Opfer gefallen. Nur dank dem Einsetzen einer breit abgestützten Begleitgruppe aus Politik, Verkehr, Landeigentümern und Naturschutz konnte die BLS ihr Gesicht wahren. Im Frühling 2016 präsentierte diese Gruppe ihr Vorgehen und die Vorauswahl von fünf möglichen Standorten (siehe auf dieser Webseite den Beitrag vom Monat Mai und InfoForum 2/16). Am 19. September wurde nun ein Vorschlag zu Handen der BLS präsentiert: Im Gebiet Chlyforst Nord, ebenfalls in Riedbach, soll eine um 40 Prozent kleinere Werkstätte für den leichten Unterhalt erstellt werden. Das sind Arbeiten, welche in Zugspausen von vier Stunden oder über Nacht erledigt werden können. Der schwere Unterhalt wie Revisionen soll zukünftig in Bönigen vorgenommen werden, wo die Anlagen zu erweitern sind. Die Werkstätte Spiez, welche zur Zeit ausgebaut wird, bleibt ebenfalls für den leichten Unterhalt in Betrieb. Damit würde ein Drei-Werkstätte-Konzept für die BLS zum Tragen kommen.

Der ganze Prozess hat eindrücklich aufgezeigt, dass heute solche Bahninfrastrukturen fast nur noch im Grünen zu realisieren sind, auch wenn viele raumplanerische und naturschützerische Fakten dagegen sprechen. Die einzige Möglichkeit, diese Werkstätte auf Industrieland zu realisieren, bot sich in Thun zwischen Gleisen und Aare auf einem Gelände, das heute von der Armee belegt wird. Aus baulichen und bahnbetrieblichen Gründen ist diese Möglichkeit nun weggefallen.

Die BLS wird ihrerseits die neuen Ergebnisse gegen das von ihr favorisierte Projekt abwägen. Alle Beteiligten hoffen, dass innert der gesetzten Frist bis 2025 eine Realisierung möglich ist. Für die öV-Nutzenden ist dies eine grundsätzlich erfreuliche Entwicklung, denn nur schnell und zuverlässig gewartete Fahrzeuge sind dem Ansturm von immer mehr Reisenden gewachsen.
Etwas mehr Fingerspitzengefühl in der Kommunikation scheint dem Regionalverkehr Bern–Solothurn für sein Projekt eines Depot-Neubaus in Bätterkinden beschieden. Auch dort wird fast ausschliesslich Kulturland beansprucht, doch scheinen Standort und Notwendigkeit kaum bestritten zu sein.

Bei der Abwägung von Bahnbetrieb und Kulturlandverlust sind Kompromisse notwendig. Halten wir uns aber vor Augen, dass der Bau von Einfamilienhäusern mit Garage im Grünen weit mehr Land verbraucht als eine Bahnwerkstätte, die schliesslich einer effizienteren Mobilität dient. Pro Bahn unterstützt deshalb den Bau von beiden Bahnanlagen, auch wenn sie im Grünen errichtet werden müssen.
(Text: K. Woker, 20.09.2016)


BLS - Persönliche Beratung statt Automat und App


Kürzlich wurde die BLS an dieser Stelle scharf gerügt, weil sich kein Personal um die Zugsabfertigung ihrer RE-Züge kümmert. In anderen Situationen setzt die BLS - konkret der Schiffsbetrieb auf dem Brienzersee - erfreulicherweise zusätzliche Personen ein, statt die Gäste sich selbst oder einer elektronischen Information zu überlassen.

Der Berner Landbote vom 24.8.16 berichtet vom Einsatz von Rangerinnen bei der Schiffländte Interlaken Ost. In leuchtend BLS-grünen Westen und Cap geben sie Auskünfte über Fahrplan, Tarif, Sehenswürdigkeiten, Tourismus und begleiten ausgewählte auch ausgewählte Schiffskurse. Die unzähligen asiatischen und arabischen Touristen schätzen den Service genauso wie weniger reisegewohnte Schweizer und zudem könne so das Verkaufspersonal am Schalter wirksam entlastet werden, wird die Rangerin Arianne Müller im Artikel zitiert. Das Pilotprojekt läuft noch bis Ende August und werde bei positivem Echo 2017 wiederholt und ausgeweitet.

Als Interessenvertretung der Kunden und Kundinnen im öV kann Pro Bahn der BLS für diese Initiative nur gratulieren. So erhält das "Transportunternehmen" ein persönliches Gesicht und wir können uns nur wünschen, dass die BLS nie aus Kostenüberlegungen auf Reisezugbegleiterinnen und Ranger verzichten wird. Es bleibt dabei: motivierte Personen im Verkauf, als Zugbegleiter oder Busfahrer, Ranger und Auskunftspersonen vor Ort vermitteln den "transportierten" Reisenden das Gefühl, auch als Fahr-"Gast", hier bei der BLS, willkommen zu sein.
(Text: Kaspar P. Woker, 27.08.16)

Einladung zur touristischen Fachexkursion nach Genf:
Besuch der CEVA-Baustellen am Sa 17. September 2016


Die Bauarbeiten für die Genfer Verbindungsbahn Cornavin–Eaux-Vives–Annemasse (CEVA) laufen gegenwärtig auf Hochtouren. Wenn alles nach Planung läuft wird die 16 km Strecken im Dezember 2019 in Betrieb genommen. Somit werden die Genfer und französische Netzte endlich direkt verbunden, und es entsteht eine neue internationale leistungsfähige S-Bahn Richtung Hochsavoyen (nach Evian, Annecy und Saint-Gervais-Le Fayet (gesamte Streckenlänge von 230 km mit 45 Bahnhöfen und Haltestellen).
Details zur Fachexkursion  / Anmeldetalon, Teilnehmerzahl beschränkt.
(Text: A.Hänni, 01.08.2016)

Lebensgefährliche RE-Züge der BLS

Die BLS setzt auf den RE-Zügen von Bern nach La Chaux-de-Fonds (sowie Interlaken - Zweisimmen und zeitweise Bern - Luzern) ehemalige SBB-Swiss-Express Kompositionen ein. Diese sind zwar bequem, können aber zu wirklich lebensgefährlichen Situationen führen.

Mein persönliches Erlebnis: Dienstag, 26.7.2016, wir wollen zu dritt mit Velo und Radtaschen von Bern nach Ins zum Start einer Tour fahren. Diese RE-Züge um x.53 werden in Bern immer sehr knapp bereitgestellt. Am 26.7. um 08.50 Anzeige "unbestimmte Verspätung", Ansage "technische Störung". 50 bis 100 Personen, Kinderwagen, Velos warten. Um 08.54 fährt die Komposition mit Schwung ein, Reisende ohne Gepäck haben Vortritt, wir benützen bewusst zwei nebeneinanderliegende Einstiege mit Velosymbol. Taschen abnehmen, reinheben, ein Velo hochhieven, Türe will sich automatisch schliessen, innen und aussen wird krampfhaft auf die Türöffnung gedrückt, keine Reaktion. 08.56 Zug setzt sich in Bewegung während noch Personen am Einsteigen sind! Ich selbst bin daran, das 2. Velo zur Türe hochzuheben, realisiere, dass der Zug bei halboffener Türe effektiv wegfahrt und kann grad noch auf den Perron zurückweichen.

Ein paar laute Schimpfwörter an die Adresse des Lokführers bis ich realisiere, was hier passiert ist: Das darf doch nicht wahr sein, dass 2016 fahrdienstlich unbegleitete Züge (Zugbegleiter kontrolliert nur Fahrausweise) ohne Abfahrbefehl bei offenen Türen wegfahren können auf einem Gleis (Bern HB, 12, hinterster Perron) wo der Lokführer im Rückspiegel seinen Zug nicht einmal überblicken kann. Das führt zu lebensgefährlichen Situationen! Was, wenn ich gerade "halb" eingestiegen wäre, das Velo oder ich selbst in der Türe eingeklemmt gewesen wäre?

Ein zufällig anwesender Lokführer der BLS hat die Szene beobachtet und mich gedrängt, dies in jedem Falle zu rapportieren, ja es sei so, dass bei diesen Kompositionen auch ohne verriegelte Türen weggefahren werden könne, im Gegensatz zu Lötschberger, Flirt, Nina, Kiss-Triebzügen. Auch ohne diese Aufforderung hätte - und habe ich natürlich - dies unmittelbar per Telefon unternommen und der Dame des Kundendienstes der BLS den Vorfall geschildert, begleitet mit allem Ärger/Schock über eine solche Situation und der Aufforderung für eine Stellungnahme welche vom Leiter Personenverkehr BLS, Andreas Willich, oder vom Direktor, Bernard Guillemon, persönlich zu unterzeichnen sei sowie einer Erklärung, wie solche Vorfälle in Zukunft zu vermeiden sind.

10 Minuten später konnte ich mit der S 5 nach Ins nachfahren. Mir ist auch bewusst, dass die RE Bern - La Chaux-de-Fonds eine äusserst enge Fahrplantrasse haben und Verspätungen deshalb betrieblich "tabu" sind - aber nicht zu Lasten der Sicherheit!

Von Pro Bahn aus gibt es nur eine Forderung:
Alle ex-Swiss-Express-RE Züge der BLS sind auf den kritischen Haltebahnhöfen (Bern, Neuchâtel, La Chaux de Fonds, Luzern, Zweisimmen, Spiez, Interlaken West/Ost, evtl. weitere) in jedem Falle von Zug- oder Stationspersonal abzufertigen. Alles andere ist mehr als fahrlässig.
(Text: K.P. Woker, Vizepräsident Pro Bahn Espace Mittelland, 27.07.2016)

Antwort Kundendienst BLS:
Diese Situation habe die Vorgesetzte mit dem betroffenen Lokführer aufgearbeitet. Im Abstellfeld musste ein Neustart der Lok vorgenommen werden, deshalb die verspätete Einfahrt. Die Vorbeifahrt am Ausfahrsignal sei um 8.59.29 registriert worden (da fährt der Zug schon während zwei Minuten). Die BLS gibt zu, dass die Abfahrtssituation bei den EW-III-Pendelzügen "dem Lokführer besonders viel Aufmerksamkeit abverlange und dass das BAV den Betrieb dieser Züge zugelassen habe, obschon sie über keine Fahrsperre, sondern nur eine Kontrolllampe zur Türschliessung verfügen". An der entsprechenden Komposition konnte keine Störung gefunden werden.
In der Antwort wird ausgeführt, dass die Reisebegleiter im kondukteurlosen Betrieb nicht in den Abfahrtsprozess involviert seien und die EW-III Pendel bis 2021 durch modernstes Rollmaterial ersetzt würden. Soweit so gut, doch halte ich im Namen von Pro Bahn an der aufgeführten Forderung fest, ganz speziell in Bern und Neuchâtel mit vielen Fahrgästen und gekrümmten respektive sehr engen Perrons. Die vor noch nicht allzu langer Zeit eingeführte (Spar-) Massnahme, dass die Zugbegleiter BLS keine fahrdienstlichen Aufgaben wahrnehmen (sprich keine Ausbildung dazu erhalten!) bleibt ein kostenoptimierendes Unding und gehört im Sinne der "stets an erster Stelle stehender" Sicherheit rückgängig gemacht. Und zuletzt noch dies: seit meinem Ereignis sind mir schon zwei analoge Vorfälle mit denselben Zugskompositionen zu Ohren gekommen.
(K.P. Woker, 21.08.2016)

Staufrei durch den Bahnhof

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Am Montag, 13.6.2016 morgens um acht meldet Radio SRF Staus auf A1, A2, A3, A6 und doch werden wohl dieselben Autofahrer morgens wieder im Stau stecken. Da vermeldet die SBB anderes: "Staufrei durch den Bahnhof Bern" und lädt zu einer Präsentation der Massnahmen, die sie ergriffen haben, um "das Gschtungg" in der Berner Bahnhof-Unterführung zu Pendlerzeiten zu entschärfen. Gelbe Pfeile am Boden und an der Decke laden zum Rechtsgehen ein. Charmante Hostessen (eingemietet von einer Eventagentur!) weisen zwei Tage lang Pendler und "Gegenläufer" mit Handbewegungen wie Polizisten auf die richtige Spur. Abgebaut wurden auch die Wartezonen vor den Geschäften in der Unterführung, um den Reisendenstrom nicht zu bremsen.

Pro Bahn Schweiz begrüsst solche Initiativen ausdrücklich. Obschon sich Reisende nicht gerne bevormunden lassen - so die SBB-Verantwortlichen - braucht es bei den stetig steigenden Passagierzahlen im öV auch "weiche" Massnahmen, um den stets enger werdenden Verkehrsraum effizienter zu nutzen. Dazu zählt auch die Idee, dass auf Rolltreppen in Bahnhöfen links eine Spur für Eilige freigelassen wird. Dies funktioniere bestens in Zürich, nicht aber in Bern und Basel. Die SBB wollen nun während sechs Monaten den Erfolg dieser Personenlenkung beobachten. Nicht lösbar sind die Kreuzungskonflikte an den Aufgängen zu den Perrons, noch lassen sich die Abzweiger in der Bahnhofhalle konfliktfrei an den Pendlermassen vorbeischleusen. Ebenso wenig ist ein anderer Halteort für die Züge vorgesehen, da sie möglichst mittig zwischen Unterführung und Welle - dem westlichen Bahnhofausgang - anhalten sollen. Dadurch bleibt die ostseitige Treppe auf die Perrons unternutzt trotz Verkehrslenkung.

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Jetzt bleibt nur auf die Einsicht der täglich rund 260'000 Benutzer des Bahnhof Berns zu hoffen und dass möglichst wenig "Abweichler" zu sichten sind bis in knapp zehn Jahren die zweite breitere Unterführung als "harte" und teure Massnahme realisiert sein wird. Auf dass wir von Radiomeldungen wie dieser verschont bleiben: "Schienenverkehr: Stau in der Bahnhof-Unterführung Bern, es ist mit Wartezeiten bis zu 15 Minuten zu rechnen."
(Text + Bilder: K. Woker, 13.06.2016)

Das Kreuz mit der BLS-Werkstätte


Mögliche Standorte für eine neue BLS-Werkstätte sind dünn gesät.Die BLS sucht - unter erheblichem Zeitdruck - einen Standort für eine neue Werkstätte für den leichten (täglichen) und den schweren (Revisionen von Fahrzeugen) Unterhalt. Die bisherigen Standorte Bern Aebimatte und Oberburg muss sie aufgeben. Es fand sich ein bahnmässig perfekter Standort in Riedbach an der Linie Bern-Neuenburg, auf Gebiet der Stadt Bern, 20 Hektaren mitten in der Landwirtschaftszone. Mit der Publikation fegte ein wahrer "shit-storm" aus Bevölkerung, Landwirtschaft, Raumplanung und Politik über das Bahnunternehmen hinweg. Nach hässigen Querelen vor Ort und in den Medien fand man einen Ausweg, um den Suchprozess für einen Standort wieder in Gang zu bringen. Eine breit zusammengestellte Begleitgruppe startete ihre Arbeit im Herbst 2015 und präsentierte anfangs Mai 2016 erste Erkenntnisse.

42 Standorte zwischen Wiedlisbach (SO), Gampelen, Düdingen (FR), Thun und Konolfingen wurden mit geänderten Kriterien und ebenso bahnseitig abgespeckten Vorgaben eingehend evaluiert. Nach dem Kommunikationsdebakel um Riedbach wurde dem Aspekt Raumplanung/Umwelt ein deutlich höheres Gewicht beigemessen als dies die BLS tat, welche primär die betrieblichen Notwendigkeiten im Auge hatte. Die ganze Planung geschieht in Absprache mit BAV und SBB, denn auch diese ist interessiert an zusätzlichen Abstellgleisen für Fernzüge im Westen von Bern.

Raumplanerische Kriterien oder Schutz des Kulturlandes sind nachvollziehbar, doch sehr rasch wurde der Begleitgruppe klar, dass es im Perimeter Seeland - Freiburg - Oberland - Emmental kaum einen möglichen Standort in bereits überbautem Gebiet gibt. Dem Laien weniger klar ist der zentrale Faktor der Erreichbarkeit des Standorts auf der Schiene, das heisst verfügbare Trassen, um die Züge auch tagsüber zwischen Bern HB und der Werkstätte für den leichten Unterhalt verschieben zu können. Mit dem geforderten massiven Ausbau von S-Bahn-, Fern- und Güterverkehr bleiben keine "slots" mehr für Dienstzüge, ausser es würden an gewissen Orten speziell dafür Doppelspuren, erweiterte Tunnels oder Überführungen gebaut. Finanziell unmöglich. Als zentrales Nadelöhr erweist sich Bern-Wylerfeld/Wankdorf, wo auch nach dem Ausbauschritt 2025 keine solchen Züge Richtung Norden durchzubringen sind. Kein Thema ist die Erweiterung der relativ modernen ex-RM-Werkstätte in Oberburg da zu kleines Areal, hochwassergefährdet und im Auengebiet gelegen.

Das Resultat des Suchprozess ist - ohne dass dies explizit betont wurde - mehr als ernüchternd. In Frage kommen lediglich fünf Standorte. Drei davon liegen zwischen Bern Brünnen und Rosshäusern, also in der für das ursprüngliche BLS-Projekt vorgesehenen Zone. Daneben bieten sich je ein Standort in Konolfingen (Kuluturland!) und in Thun (Areale von Armasuisse und Ruag, erst nach 2030 verfügbar) für das Projekt an. Bis im Herbst 2016 will die Begleitgruppe dem Verwaltungsrat der BLS einen/mehrere Vorschläge unterbreiten.

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Bild: BLS


Fazit: Alle wollen mehr Bahnangebot, die BLS ordert 60 neue Züge, aber niemand will die Unterhaltsanlagen bereitstellen, da dies "lediglich" Landverbrauch aber keine Steuereinnahmen (BLS ist kein Biotech-Unternehmen) bringt und die Besteller immer effizientere Unterhaltsprozesse fordern, die stundenweise ausserhalb der Hauptverkehrszeiten ablaufen, damit weniger Reservefahrzeuge anzuschaffen sind. Auch als Kundenorganisation müssen wir uns von Pro Bahn wohl oder übel mit der Tatsache einer neuen BLS Werkstätte "auf der grünen Wiese" abfinden, wünschen wir stets perfekt funktionierende Züge.

Obschon die Begleitgruppe, die ausgezeichnete Arbeit geleistet hat, sich richtigerweise keinerlei Blick in die Zukunft gestattet, ist nach diesem Prozess folgendes Szenario denkbar. Im Raum Bern-West wird ein abgespecktes Projekt gebaut für den leichten Unterhalt und das Abstellen von Zügen (BLS und SBB). Der schwere Unterhalt erfolgt in Bönigen, wo die alten Werkstätten statt aufzugeben zu erneuern sind. Erhalten bleibt jedenfalls die Werkstätte in Spiez. Ein gut schweizerischer Kompromiss, wohl einzig realisierbar in unseren engen räumlichen Verhältnissen.
(Text: K.P. Woker, 03.05.2016)


Das TGV-Stiefkind Paris - Interlaken braucht Unterstützung


Seit 1987 ist Bern als dritte ausländische Destination durch den TGV mit Paris verbunden. Vorerst via Neuenburg - Frasne, heute via Basel. Die Verbindung kannte Hochs und Tiefs, verharrte immer im Schatten der TGV-Relationen nach Genf, Lausanne und Zürich. 2012 wurde der TGV von Paris bis Interlaken Ost verlängert, in der Gegenrichtung ist der Start in Bern geblieben. Unverständlich für viele.

Der TGV Lyria Richtung Bundes-Stadt und Berner Oberland kennt noch andere "Hinkebeine". Auf der Hinfahrt lässt er Thun und Spiez ohne Halt links liegen, auf der Rückfahrt geht's aufenthaltslos von Bern bis Basel. Beides mit dem Hinweis, es verkehre ja praktisch zeitgleich ein SBB IC als Ab-, resp. Zubringer. Nur bedeutet dies unnötiges Umsteigen. Aus technischen Gründen bummelt der TGV zwischen Bern und Olten via Burgdorf und lässt die "HGV"-Linie Mattstetten-Rothrist links liegen. Das heisst nichts anderes als 20 Minuten längere Fahrzeit.

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Trotzdem gilt der TGV Paris - Interlaken als einer der grössten Zubringer von koreanischen Touristen in die Schweiz. Das betonen Schweiz Tourismus und Lyria unisono.
Pro Bahn Sektion Espace-Mittelland setzt sich, zusammen mit touristischen Kreisen aus dem Berner Oberland, für diese Anliegen von Kunden im "inbound" und "outbound"-Verkehr auf der TGV-Verbindung ab Paris ein:

- inbound: Halt in Thun und Spiez; outbound: Halt in Olten
- outbound: Umsteigeverbindung Interlaken - Bern - Paris, statt Interlaken -
   Basel - Paris auf dem online-Fahrplan präsentieren, inklusive günstigere Preise!
- outbound: TGV soll in Interlaken um 08.30 starten statt erst in Bern
- die Lyria-TGVs sollen schnellstmöglich mit kompatibler ETCS-Software
   ausgerüstet werden und über die NBS statt via Burgdorf verkehren
- inbound: mittelfristig soll eine frühere Abfahrtszeit in Paris angestrebt werden
   damit Interlaken nicht erst um Mitternacht erreicht wird.

Diese Kundenanliegen hat PBS Espace Mittelland Ende März in einem ausführlich begründeten Schreiben an Andreas Bergmann, Direktor von TGV Lyria SA und an Jannine Pillout, Direktorin SBB Personenverkehr, formuliert. Man bleibt gespannt, wie die Antwort ausfallen wird.
(Bild+Text: K.P.Woker,  31.03.2016)

Jahresbericht  2015
Sektion Espcae -Mittelland
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Sumiswald im Emmental Zentrum der Zeitwelt

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Bahnhofuhren in der Schweiz, in Deutschland, Tschechien, Russland, Frankreich, Indien sehen zwar nicht alle gleich aus, haben aber alle den gleichen Heimatort. Genau so die echten Sumiswalder-Pendulen, das Dreiklanghorn aller Postautos und medizinische Geräte, um künstliche Kniegelenke einzusetzen (der Autor profitierte soeben davon, ohne dies zu ahnen). Und überall auf der Welt finden sich Präzisionssteuerungen made in Sumiswald.
Erstaunlich, grossartig, einzigartig waren die einhelligen Urteile der zahlreichen Teilnehmer des Rahmenprogramms an der Mitglieder-Versammlung von Pro Bahn Espace-Mittelland. Res Theiler hat den Zugang zur Firma Moser-Baer AG verschafft. In Sumiswald, mitten im Dorfzentrum liegt der Firmensitz, wo uns Reto Reist, der CEO dieses Familienunternehmens empfing und auf eine hoch interessante Führung mitnahm. Über 500 Mitarbeitende weltweit, über 100 in Sumiswald entwickeln, verkaufen und produzieren Präsizionsuhrwerke und -instrumente.
Die Bahnhofsuhren werden hier von A-Z fertig gebaut. Ein blendender Beweis, dass made in Switzerland eben auch manufactered in Switzerland heissen kann und auf dem Weltmarkt besteht. Es brauche aber schon eine Portion Hartnäckigkeit und Überzeugungsarbeit, um Kunden ennet der Grenze zu überzeugen. Die Qualität überzeugt offensichtlich, denn Mobatime, Mobatec und eben Moser-Baer sind nicht nur in Sumiswald, sondern weltweit führend.
Herr Reist verriet uns auch den Trick vom Sekundensprung der SBB-Uhr: Der Motor des Sekundenzeigers wird so eingestellt, dass der Zeiger mit der roten Kelle in 58.5 Sekunden einmal fast rundherum läuft und stehen bleibt, der Impuls auf die Minute löst den Sprung aus. Heute sei die exakte Koordination beider Zeigermotoren kein Problem mehr, aber in den 1940er-Jahren musste man sich mit diesem Trick behelfen, um präzise, eben wie die SBB, die Zeit am Bahnhof anzuzeigen.
(Foto: HR, Text: K.P. Woker, 22.03.2016)

Noch weiter in die Berge

Die Schiffe der BLS-Flotte auf dem Brienzersee waren 2015 zu 4% besser ausgelastet als im bereits sehr guten Vorjahr. Das ist die Folge der sich ändernden Gästestruktur in Interlaken und Umgebung: Immer mehr Reisende aus dem Osten (Golfstaaten, Indien, China, Korea) besuchen die Region anstelle der wegfallenden Westeuropäer. Für die Ferngäste ist der Brienzersee mit seinen rundum aufragenden Bergen eindeutig attraktiver als der Thunersee, und gerade die Gäste aus den heissen Ländern lieben Schifffahrten bei Regenwetter.

Gesamthaft betrug der Passagierzuwachs auf beiden Seen gegenüber 2014 rund 1%, weniger als bei vielen anderen Gesellschaften; die Oberländer Seen hatten aber bereits im Vorjahr, trotz garstigem Sommerwetter, ein Traumresultat hingelegt. Damit sollte nach den vier geplanten Durstjahren endlich die berühmte schwarze Null im Ergebnis resultieren. Und dies notabene ohne Billigaktionen, wie Andi Willich, Leiter Personenverkehr bei der BLS, am Medienanlass vom 8. März nicht ohne Stolz verkündete.
Billigaktionen hatten, zusammen mit einer deutlichen Angebotsreduktion, bis im 2011 zu einer Krise der ganzen Schifffahrt geführt. Die neue Strategie, welche anschliessend ohne Verzögerung umgesetzt wurde, trägt nun Früchte. Diese Früchte brauchten unter anderem deshalb so lange zum Reifen, weil die Abgeltungen von GA und Halbtax nur mit einigen Jahren Verzögerung fliessen, die Frequenzen vor 2011 aber vor allem mit Billigaktionen ausserhalb dieses Rahmens gepusht worden waren.

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2016 wird die längste Saison auf beiden Seen, vom gemeinsamen Start am 25. März bis zum 23. Oktober auf dem oberen, bis sogar zum 6. November auf dem unteren See. Dafür gibt es eine einfache Faustregel, wie Claude Merlach, Leiter Schiffsbetrieb, am gleichen Anlass ausführte: „Je länger die Saison, desto kleineres Risiko, weil sich die Schwankungen aufgrund des Wetters so eher ausgleichen.“ Diverse Anpassungen und Neuerungen sind für den kommenden Sommer vorbereitet, zum Beispiel die Verdoppelung der Halal-Fahrten auf dem Brienzersee wie eine Ausweitung des Fajita-Schiffes auf dem Thunersee. Ab März können Billette für die Schiffe mit print@home endlich auch bequem zu Hause gekauft werden; bis im Herbst werden so auch Gutscheine problemlos erhältlich sein. Schliesslich werden im Hochsommer „Rangers“ – dies ist erst ein Arbeitstitel – in Interlaken Ost und zum Teil auch auf den Schiffen des Brienzersees den Gästen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

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Zum Schluss noch ein Wort zur aktuellen Winterschifffahrt. „Winterdampf“ mit MS Blüemlisalp war wiederum ein Renner, mit durchschnittlich 900 Passagieren pro Tag. Trotz Seeabsenkung und damit einem Behelfsfahrplan zwischen Hünibach und Neuhaus sanken die Frequenzen des täglichen Kurses mit dem MS Schilthorn seit dem 4. Januar nur um 37%. Ein herber Schlag zwar, aber immerhin erfreulich, dass das Angebot trotz deutlicher Verschlechterung immer noch Anklang findet. Auch im kommenden Winter ist dieser tägliche Schiffskurs wieder vorgesehen, denn die Reaktionen der touristischen Leistungsträger (Hotels, Tourismusorganisationen) rund um den See sind klar positiv. Mit der oben erwähnten Veränderung der Gästestruktur reisen ja weniger Skifahrer in die Seeregion, und so braucht es eben neue und attraktive Angebote – neben dem Uhrenshopping – für ein interessantes Segment. Schliesslich sind es gerade die arabischen Gäste, die häufig erste Klasse zum vollen Tarif fahren und damit einen wichtigen Anteil am Ertrag haben.
(Text+Bilder; A. Theiler, 08.03.2016)

 

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