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Sparprogramm: Keine französischen Verhältnisse im Regionalverkehr  |  26.02.2010       

Sparprogramm: Keine französischen Verhältnisse im Regionalverkehr


Pro Bahn Schweiz sagt nein zu den bundesrätlichen Sparvorschlägen. Im öffentlichen Regionalverkehr zu sparen ist falsch. Das führt letztendlich zu einem ausgedünnten Angebot, wie es in Frankreich ausserhalb der Zentren anzutreffen ist. Eine massive Zu-nahme des Autoverkehrs wird die Folge sein.

Der Bundesrat hat heute ein Sparpaket vorgestellt, das wesentliche Abstriche an der Fi-nanzierung des Regionalverkehrs durch den Bund vorsieht. Das heisst nichts anderes, als dass der Bund den einzelnen Kantonen überlassen will, wie stark diese den öffentlichen Verkehr auf den Zubringerlinien zu den Hauptverkehrsachsen noch unterstützen will.

Diese Politik weist in eine komplett falsche Richtung. Es führt zur Aushungerung von Bahn-linien wie La Chaux-de-Fonds – Les Ponts-de-Martel, Wattwil – Nesslau, Zweisimmen – Lenk und dürfte für zahlreiche Postauto-Linien im Berggebiet schlicht das Aus bedeuten. Damit wird der öffentliche Verkehr als Ganzes geschwächt, denn wer für die ersten oder letzten Kilometer seiner Reise auf das Auto angewiesen ist, steigt nicht plötzlich in Neuchâtel, Wil oder Thun auf den Interregio-Zug um.

Pro Bahn Schweiz sagt nein
PBS wehrt sich entschieden gegen solche Beschlüsse, die einseitig die Benützerinnen und Benützer der öffentlichen Verkehrsmittel benachteiligen durch Ausdünnung des Angebotes in Randregionen.

Nicht alle Kantone werden diese Finanzlücken stopfen wollen und so würde sich die Schweiz französischen Verhältnissen nähern, wo der Bahnverkehr in der Fläche durch die Regionen finanziert wird und die Standards landesweit deshalb sehr differenzieren.

Auch Unterhalt finanzieren – Infrastruktur nicht kaputt sparen
Gar nicht nachvollziehen kann Pro Bahn Schweiz, weshalb die geforderten CHF 850 Mio für den Unterhalt der SBB-Infrastruktur im Sparpaket mit keinem Wort erwähnt wurden. Zu einem funktionierenden öV gehört auch eine intakte Infrastruktur. Bahnreisende sind nicht gewillt, deswegen Verspätungen und Zugsausfälle hinzunehmen.

Auf den Verzicht von höheren Unterhaltsbeiträgen, verbunden mit dem gleichzeitigen  Abbau der Leistungen im Regionalverkehr ist schlicht zu verzichten, sonst kann die Politik auch auf alle Diskussionen zu neuen Bahninvestitionen für ZEB und Bahn 2030 schlicht verzichten! Bitte so nicht!

Kurt Schreiber, Vizepräsident
Kaspar P. Woker, Mitglied Zentralvorstand, Redaktion InfoForum

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